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„Aemilianus hat den Betrieb am 7 März aufgenommen“. Wenn auch eine Jahreszahl fehlt, so glaubt man doch aus gewissen Merkmalen der Schrift auf das Ende des zweiten oder den Beginn des dritten Jahrhunderts nach Christi Geburt schließen zu dürfen.
Also dürfen sich die Hansenberger rühmen, mit dieser etwa aus dem Zeitraum um 200n.Chr. stammenden Inschrift das älteste schriftliche Kulturdokument des Kreises zu besitzen.
Zwischen der Inbetriebnahme dieses Kupferstollens und der ersten urkundlichen Erwähnung des Schlosses Velsbergh aber klafft eine Lücke von über tausend Jahren. Von dem, was sich in dieder Zeit im Raume St.Barbara begeben hat, wissen wir überhaupt nichts. Es darf angenommen werden, dass der Bergbau am Hansenberg und Blauberg in den Wirren und Bewegungen der Völkerwanderung untergegangen und auf lange Zeit in Vergessenheit geraten ist.
Erst gegen Ende des 15. Jahrhunderts beginnt sich dieses undurchdringliche Dunkel etwas zu lichten und die Quellen der Urkunden über den Bergbau wieder zu fließen. Der mittelalterliche Abbau war jedoch nicht mehr auf die Gewinnung von Kupfererz, sondern eines anderen Rohstoffes, des „Kupferlasurs“ oder „Bergblaus“ gerichtet. Der hier vorkommende Azur ist ein in der Form linsengroßer Körner in Sandstein eingelagertes Erz. Diese Körner von blauer und grüner Farbe sind noch heute den Abraumhalden des südwestlich des Dorfes gelegenen Steinbruchs zu finden. Diesem im Mittelalter bergmännisch abgebauten Bergblau verdanken der „Blaufels“, der „Blauberg“ und das ihnen vorgelagerte „Blauloch“ ihren Namen.
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Die in den Azurbergwerken tätigen Bergleute, „Blaugräber“ genannt, hatten als Abgabe den zehnten Teil ihrer Förderung zu entrichten. Darum erscheinen in den Abrechnungen der herzoglichen Rechnungskammer zu Nancy vom Jahre 1492 ab regelmäßig Angaben über Förderung usw. Es wüde den Rahmen dieses Aufsatzes sprengen, die Geschichte dieses bis nach Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges betriebenen Bergbaues im Einzelnen zu schildern.
Sie kann in dem von Theodor Liebertz herausgegebenen Werke „Wallerfangen und seine Geschichte“ nachgelesen werden. Aus den im Archiv zu Nancy ruhenden Urkunden sei daher nur eine aus dem Jahre 1616 stammende Notiz herausgegriffen, nach der in den Blaugruben u.a. auch die Blaugräber Christoffel Flieher aus Tirol und Adam Robricht aus Friedensstadt in Tirol werkten.st4