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Die neue Kirche von St.Barbara bei Wallerfangen
(zu ihrer Einweihung am 1 August 1954)

Welcher Saarländer kennt nicht das idyllisch gelegene St.Barbe hoch oben auf dem Hanselberg, südlich von Wallerfangen? Eine kleine Siedlung ist es von 500 Menschen etwa, hart an der saarländisch – französichen Grenze. Einen weiten Blick bietet das Dörfchen auf luftiger Höhe nach allen Himmelsrichtungen, zu den sanft abfallenden Ausläufern des lothringischen Stufenlandes, in die Ebene um Saarlouis, Ensdorf und Lisdorf mit ihren saftigen Wiesen und Auen.
Erdbeeren gibt es da oben in Fülle und das Auge weidet sich an den gepflegten Kulturen Jedes Jahr startet das Erdbeerfest mit Tanz und Fröhlichkeit, mit Musik und Freude für alt und jung mitten in der hochsommerlichen Glut.
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St.Barbe gehörte seelsorglich zu Wallerfangen unten im Tal, zu dem früheren Vaudrevange mit den Parkanlagen und dem alten Gemäuer ringsum, mit den schmiedeeisernen Gittern und den halbzerfallenen Herrenhäusern im Schatten uralter Bäume. Das flache Dach vieler Dorfhäuser dieses Vorortes von Saalouis erinnert an die französische Nachbarschaft und gibt dem Dorf ein ganz eigenes Gepräge.
Wie mühsam war für die Hansenberger hier sei besonders der Frauen gedacht, die tatkräftig mitarbeiteten der Weg bis zur eigenen Kirche. Lange sparten sie, seit Jahrzehnten schon bestand der Kirchenbauverein, er wurde durch die Wirtschaftskrisen und Inflationen der Kriege vorübergehend aufgehoben. Nichts konnte den Eifer der Einwohner St. Barbes stören. Immer wieder begannen sie und endlich besitzen sie ihr eigenes Gotteshaus, einen wuchtigen, monumentalen Bau, der weithin in die Lande grüßt und die Höhenlage in Kraft und Schönheit beherrscht. Repräsentation bietet diese Kirche über die Berge zu ihrer Seite und die Weiden zu ihren Füßen über die zerstreut liegenden Dörfer in der Ebene: Saarwellingen, Beckingen, Lisdorf, Wallerfangen und die Stadt, die alte Festung Saarlouis. Eine ausgewogene, in sich ruhende und beherrschte Gelöstheit des baulichen Ausdrucks des architektonischen Wollens geht von der Kirche aus. Am 17. September
1950 war es dann soweit und der Grundstein wurde gelegt.
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Ein Berg im Sommerlichen Grün der Wälder und auf seiner Kuppe die trutzige Gottesburg in moderner Romanik. Ein breiter, wuchtiger Turm im Westen vorgelagert und ein gedrungenes Schiff.
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Alles im Natursandstein der Heimat erbaut, mühsam aus den Steinbrüchen gewonnen und von fachkundigen Händen gehauen.
Du machst den mühseligen Weg auf des Berges Höhe und du folgst der schmalen Dorfstraße, die zwischen den bescheidenen Bauern- und Arbeiterhäusern hindurchführt. Näherst dich dem Gotteshaus das der höchsten Erhebung des Berges errichtet ist. Du lässt die wuchtige Kraft des breiten Turmes auf dich wirken. Du gehst hinein duch die gefälligen Arkaden der Turmvorhalle hindurch. Ein breiter heller Raum im Mün chener Rauverputz umfängt dich er ist liturgisch zum Chor, der Opferstätte ausgerichtet.
Die farbliche Tönung zum Weiß der Wände liefern Fester und Decke, diese ist gelb gehalten und in Recheckgliederung aufgeteilt. Jene zeigen nur schwache, farbliche Nuancen in Hellblau, Lila, Gelb und im Halbrundbogenfenster über dem Portal hebt sich das Symbol des Kreuzes in leuchtendem Rot ab.
Die Empore rückt bis in den Turmraum hinein. Comblanchinplatten aus Lothringen decken die Altartreppen und die Gänge der Kirche. Den Altar selbst hüllt weiße Marmorverkleidung.
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Das Licht fällt überflutend durch die zwei seitlichen Rundbogenfenster des Chores auf den Altar und in den Chorraum.

Je fünf Rundbogenfenster zu beiden Seiten des Kirchenschiffes schenken dem Raum Licht und Sonne in Fülle.

Wir sprachen mit einzelnen Dorfbewohnern und wir bemerkten die Freude die Begeisterung in ihren Zügen. Wie glücklich sind sie, endlich in ihrer Mitte ein eigenes Gotteshaus zu besitzen. Für das sie kämpften und sorgten den Mittelpunkt ihres religiösen Lebens.

Von Marianne Groh